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EMR TOPNEWS
 

Erste euregionale Sprachenkonferenz zieht 150 Fachleute an

Förderung der Nachbarsprachen Deutsch, Französisch und Niederländisch innerhalb der Euregio Maas-Rhein

Seraing (B), 30/11/2005

Auf Einladung des Vorsitzenden der Stichting Euregio Maas-Rhein, Michel Foret, sowie des Vorsitzenden des Euregiorates, Abel Desmit, nahmen am heutigen Mittwoch rund 150 Lehrpersonen, Schuldirektoren, Inspektoren und Politiker an der ersten euregionalen Nachbarsprachenkonferenz im belgischen Seraing teil. Die Konferenz stand unter dem Motto „Eurgionale Mehrsprachigkeit – eine Herausforderung“ und rief reges Interesse bei den Beteiligten hervor.

Ansprache Michel Foret
Gouverneur Foret hob in seiner Eröffnungsansprache die Wichtigkeit der Mehrsprachigkeit im Allgemeinen und besonders in der Euregio Maas-Rhein (EMR) hervor. Auch wenn die Tendenz zur Globalisierung vor allem das Interesse an der englischen Sprache verstärken würde, sei die Kenntnis der Sprachen Deutsch, Französisch und Niederländisch von großem Nutzen für die Einwohner der EMR. Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, höhere Konkurrenzfähigkeit von Betrieben und intensivere soziale Kontakte seien nur einige der zahlreichen Trümpfe im Hinblick auf die Kenntnis der euregionalen Nachbarsprachen, so der Gouverneur.

Ansprache Abel Desmit
Der Vorsitzende des Euregiorates, Abel Desmit, stellte anschließend die verschiedenen Initiativen vor, die der Euregiorat seit seiner Gründung im Jahr 1995 zur Förderung der Nachbarsprachen entwickelt hat. Dazu gehört in erster Linie die Ausarbeitung einer Sprachenstrategie für die EMR. Diese Strategie war und ist die Grundlage für eine Reihe konkreter Projekte wie z.B. Schüler- und Lehreraustausch oder Immersionswochen, die von zahlreichen Grund- und Sekundarschulen in der EMR Jahr für Jahr durchgeführt werden.

Ansprache Hans Peter Lindlar
Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, Delegationsvorsitzender der Regio Aachen und Vorsitzender der EMR-Kommission „Jugend, Kultur, Unterricht und euregionale Identität“, unterstrich die Notwendigkeit, schon in der frühen Kindheit mit dem Erlernen von Fremdsprachen zu beginnen. Des Weiteren sollte vor allen Dingen in Grenzräumen Englisch nicht die einzige Fremdsprache sein. Lindlar warnte davor, Englisch als neue „lingua franca“ anzusehen und rief die Anwesenden auf, das frühe Fremdsprachenlernen zu fördern und die dazu notwendigen Strukturen zu schaffen.

Ergebnisse Umfrage
Im Anschluss an diese drei Einführungen stellte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Euregionale Sprachen II“, Luk Robijns, die Resultate einer groß angelegten Umfrage zum Thema „Nachbarsprachen und Austauschprojekte in den Schulen der Euregio Maas-Rhein“ vor. Dazu waren im vergangenen Sommer alle Grund- und Sekundarschulen in der EMR gebeten worden, der Arbeitsgruppe ihre Erfahrungen im Sprachunterricht mitzuteilen.
Von den insgesamt 1928 angeschriebenen Schulen sandten 541 den Fragebogen ausgefüllt zurück, was einer Antwortquote von 28 % entspricht. Die Umfrage ergab u.a. dass 66 % der Grundschulen und 41 % der Sekundarschulen der Meinung sind, dass dem Sprachenunterricht (in ihrer eignen Schule) zu wenig Beachtung geschenkt wird. Der hierfür am häufigsten angegebene Grund ist die zu große Belastung der Lehrkräfte durch andere Aufgaben. Viele Schulen wünschen sich mehr Platz im Stundenplan für Sprachenunterricht sowie eine höhere Bedeutung des Sprachenunterrichtes in der Lehrerausbildung.

Referate und Workshops
In den Referaten kamen Themen wie „Immersion“ (Sprachbäder), interkulturelle Kommunikation und Schüleraustausch zur Sprache. Fachleute berichteten von ihren Erfahrungen und vermittelten dem Publikum ihr Wissen. Dabei wurde nicht nur über die Sprachenkenntnisse von Schülern, sondern auch von Berufstätigen referiert. Die Bedeutung von Nachbarsprachen bei Geschäftsverbindungen in der EMR sollte nach Einschätzung von Bernard Piette von der IHK Süd-Limburg nicht unterschätzt werden. Der Nachmittag war einer Reihe von Workshops gewidmet, in denen die Teilnehmer in kleinen Gruppen Erfahrungen und Kenntnisse zum Sprachenunterricht in den Grund- und Sekundarschulen austauschen konnten.

Überreichung der Resolution
Zum Abschluss der Konferenz überreichte die Arbeitsgruppe „Euregionale Sprachen II“ dem Vorsitzenden der Stichting Euregio Maas-Rhein, Michel Foret, einen Entwurf einer Resolution zur Förderung der Nachbarsprachen in der EMR. Hiermit regt die Arbeitsgruppe die politischen Entscheidungsträger dazu an, den Unterricht in den Nachbarsprachen Niederländisch, Französisch und Deutsch im Unterrichtsangebot prioritär zu behandeln. Projekte und Initiativen, die das Erlernen der Nachbarsprachen (von frühester Kindheit an) zum Ziel haben, sollen unterstützt und gefördert werden. Die Nachbarsprachenkenntnisse zukünftiger Lehrkräfte sollen in den Lehrerausbildungen verstärkt werden.

Diashow Sprachenkonferenz


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