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Vier Grenzregionen tauschten in Luxemburg „best-practice-Modelle“ aus

Gouverneur Michel Foret Vertreter der Euregio Maas-Rhein beim Kolloquium "Grenzregionen: einfache Schnittstellen oder avantgardistische Integrationsräume?"

Luxemburg, 16. & 17. März 2006

Die Euregio Maas-Rhein hat am 16. und 17. März 2006 als eine von vier Grenzregionen an einem Kolloquium zum Thema „Grenzregionen: einfache Schnittstellen oder avantgardistische Integrationsräume?“ teilgenommen. Das Kolloquium, organisiert von der Stiftung „Forum Europa“, fand in der Handelskammer Luxemburg-Kirchberg statt.

Ehrengäste Santer und Nothomb
Jacques Santer und Charles-Ferdinand Nothomb, beide Wegbegleiter des europäischen Einigungsprozesses, nahmen als Ehrengäste an der Veranstaltung teil. Alle vier Grenzregionen – darunter der Pamina-Raum, die Internationale Bodenseekonferenz, die Großregion SaarLorLux/Rheinlandpfalz/Wallonien und eben die Euregio Maas-Rhein - tauschten „best-practice“-Modelle grenzüberschreitender Zusammenarbeit aus. Als Pionier auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung wurde die Arbeitsgruppe „Gesundheit ohne Grenzen“ von Experten aus der Euregio Maas-Rhein geleitet. Seit dem Jahr 2001 gilt der „freie Patientenverkehr“ in der Euregio Maas-Rhein: Krankenkassenversicherte können sich direkt beim Facharzt im Nachbarland untersuchen und behandeln lassen – ohne bürokratischen Aufwand.



Euregio Maas-Rhein leitete Arbeitsgruppe "Gesundheit ohne Grenzen"
Einige Krankenkassen haben in diesem Zusammenhang eine euregionale Gesundheitskarte herausgegeben, die die Rückzahlungsprozeduren bedeutend vereinfacht. In fünf bis zehn Jahren etwa wollen sogar die Universitätskliniken von Maastricht (NL) und Aachen (D) fusionieren – ein in Europa bislang einzigartiger Vorgang. Die Erfolge der Euregio Maas-Rhein im Bereich der grenzüberschreitenden Gesundheitspflege weckten jedenfalls reges Interesse der anderen teilnehmenden Grenzregionen.

Existenzberechtigung auch ohne Subsidien
Während des anschließenden Podiumsgesprächs diskutierten einige hochrangige Politiker aus den vier Grenzregionen über die Stärken und Schwächen ihrer jeweiligen Region sowie über Erfolgsfaktoren der Zusammenarbeit und Finanzierungsmodelle. Für die Euregio Maas-Rhein nahm ihr amtierender Vorsitzender Michel Foret, Gouverneur der Provinz Lüttich (B), am Podiumsgespräch teil.
Alle vier Grenzregionen äußerten ihre Hoffnung, nach 2006 noch über INTERREG-Mittel zu verfügen; bekräftigten jedoch die Tatsache, dass sie auch ohne diese EU-Fördergelder eine echte Existenzberechtigung besäßen. „Es sind nicht die Subsidien, die die Euregio Maas-Rhein geeint haben, sondern ihr Wille zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“, so Gouverneur Michel Foret. Dank der INTERREG-Gelder konnten in der Euregio Maas-Rhein seit 1991 über 300 Projekte verwirklicht werden. Besonders in den Bereichen der so genannten Lebenswissenschaften und der Technologie wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die „Erklärung von Luxemburg“ vorgestellt, mit der die vier Grenzregionen „der ersten Stunde“ ihren festen Willen bekunden, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in ihren Regionen voranzutreiben und den gegenseitigen Austausch zu intensivieren. Claude Gengler, Direktor der Stiftung Forum Europa und Hauptorganisator, bemerkte abschließend: „Es sind die Grenzregionen, in denen man spürt, ob Europa funktioniert.“

Erklärung von Luxemburg
www.forum-europa.lu


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